Neue persönliche Bestzeit beim 35. Frankenberger Strassenlauf

Danke allen Daumendrückern, es hat definitiv geholfen!
Eines vorweg, es war hart, verdammt hart, aber es hat sich gelohnt!

Wettkampf ist bei mir Wettkampf, egal ob zum Test oder offiziell, jedes Mal kribbelt es bereits einen Tag vorher im Bauch, so auch diesmal. Ich konnte gestern schlecht einschlafen, passiert bei mir selten, aber wenn mich etwas sehr beschäftigt, dann dauert es schon mal länger.

Ich hatte mich gedanklich auf sub 45 eingeschossen und ging im Geiste nochmal alle bisherigen Wettkämpfe durch und bei allen war ich besser als es die Trainigszeiten erwarten ließen. Ich hoffte darauf, dass es auch diesmal wieder so laufen würde. Mein Plan war, mit 4:15-4:20 zu starten und abzuwarten was geht.

Die Wettervorhersagen waren schlecht, und die Wetterfrösche sollten recht behalten, es schneite heute Morgen unaufhörlich und ich sah mein angepeiltes Ziel davon schwimmen. Ok dann eben doch nur ein Trainingslauf, so tröstete ich mich.

Als ich zur Startnummernausgabe vor Ort war, kam die Zuversicht zurück, denn so schlecht sah die Strecke dann doch nicht aus.
Bereits beim lockeren Einlaufen stieg mein Puls vor Aufregung auf über 140, oh weh dachte ich, fängt ja gut an, aber egal, es wird nach Pace gelaufen, der Puls läuft nur mit.

Der Startschuß fiel mit wenigen Minuten Verspätung, zu dem Zeitpunkt waren meine Füße bereits nass, das dünne Mesh Material des Adidas Marathon 10 lässt jeden Tropfen durch, aber sie sind leicht und haben guten Grip.

Ich startete im hinteren Drittel und hatte nur den ungefähren Rundenverlauf im Kopf, diesbezüglich schlecht vorbereitet, einfach hinterherlaufen war meine Devise.

Nachdem ich die ersten vor mir überholte hatte, zeigt mir der Forerunner, dass ich zu schnell war, ca. 4:10, ich nahm etwas Tempo raus und pendelte mich bei 4:15 ein. Bis dahin hatte ich keine Ahnung, wie lange ich das durchhalten würde, ich wollte meine Grenze ausloten und ging das Risiko ein, irgendwann einzubrechen. Vor mir liefen einige Männlein und Weiblein, die langsam wirkten und dennoch schneller waren als ich, so ist das eben.

Da ich den Rundenverlauf nicht exakt kannte und Start und Ziel an unterschiedlichen Stellen waren, drückte ich bereits die erste Runde falsch ab. Ich konnte das Tempo gut halten, das Feld zog sich auseinander und nur stellenweise hatte ich jemaden vor mir, an dessen Fersen ich mich heften konnte.

Nach 2 Runden wurde mir bereits bewusst, dass es kein Spaziergang werden würde, und ein Bekannter, der als Streckenposten an der Seite stand, rief mir zu, dass ich nur im zweiten Drittel sei, sehr motivierend. Doch ich nahm es gelassen, ich lag laut Pace gut in der Zeit, das trieb mich erst recht an. Mit teilweise geschlossenen Augen machte ich mir klar, dass durchgebissen wird, ich feuerte mich innerlich selbst an, Mentaltraining.

In der dritten von fünf Runden konnte ich nach und nach einige überholen, hatte dann wieder Platz nach vorn und leider niemanden der mich zog, außer mein Wille, hier heute ein gescheites Ergebnis abzuliefern. Zwischendurch warf ich dann doch mal einen Blick auf den Puls, um die 180 (94%), ziemlich konstant.

Mit jedem Meter wurde mir bewusst, was es bedeutet, außerhalb der Komfortzone zu laufen, dieses Gefühl hatte ich in dem Maße schon lange nicht mehr, aber wer einen Ironman durchstehen will, muss das abkönnen, sagte ich mir.

In der vorletzten Runde überrundete mich mein schneller Arbeitskollege und rief mir zu „komm ich zieh Dich“, alles klar, er zog so schnell davon wie er gekommen war und belegte am Ende mit 1:34:?? den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Ich biss weiterhin die Zähne zusammen, versuchte das Tempo zu halten und als ich in die letzte Runde ging, war ich mir sicher, dass ich sub 45 erreichen würde. Einige wenige Läufer überholte ich noch und zu einem Trupp aus vier Läufern schloss ich immer dichter auf, hatte aber nicht mehr die Kraft auch diese noch hinter mir zulassen.

Auf der Zielgeraden angekommen formte sich mein Gesicht bereits zu einem glücklichen Lächeln, ich sah dabei auf die Uhr und verpasste fast noch den Zielkorridor!

Run : 10 km | 43:27 Min
4:20 Min/km |178 (93%) | 184 (96%)

Neue persönliche Bestzeit, geiles Gefühl, ich war stolz und glücklich und bin es immer noch !!
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1,00 4:15 161 (84%)
1,00 4:18 174 (91%)
1,00 4:16 179 (94%)
1,00 4:19 180 (94%)
1,00 4:19 181 (95%)
1,00 4:28 181 (95%)
1,00 4:20 181 (95%)
1,00 4:18 183 (96%)
1,00 4:21 182 (95%)
1,00 4:16 182 (95%)

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