Mitteldistanz – Wasserstadt Triathlon Hannover 2013

Mein Mitteldistanz Deb├╝t (Half Ironman)

Da auf der Website des Veranstalters keine Wechselzeiten ausgewiesen sind, gibtÔÇÖs hier meine selbstgestoppten Zeiten und Zahlen, die in Summe nahezu identisch sind.

Swim : 1,9 km |0:36:41|19:18 Min/km
W1 : 0:09:17
Bike : 90 km |2:55:05|30,8 km/h|148 (85%)|164(94%)
W2 : 0:03:18
Run : 21,1 km |1:50:01|5:13 Min/km|161 (84%)|165(88%)
Gesamt : 5:34:22

Wir reisten am Freitag mit Sack und Pack nach Hannover an, meine Frau, unsere beiden Kinder und selbstverst├Ąndlich mein Trainingspartner Cosmo. Ich war leicht angespannt, das ├╝bliche vorwettkampfliche Kribbeln im Bauch, das sich erst kurz vorm Schwimmstart am Sonntag legte.
Als h├Ątte jemand einen Schalter gedr├╝ckt, wich die Anspannung innerer Ruhe und Konzentration auf den bevorstehenden Wettkampf, w├Ąhrend ich im Neoprenanzug am Ufer des Kanales stand.
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Auf Anweisung des Kampfrichters stieg ich gemeinsam mit ca. 150 Athleten in das nur knapp ├╝ber 15┬░C kalte Wasser und war schlagartig hellwach. Dennoch hatte ich es mir schlimmer vorgestellt, H├Ąnde und F├╝├če waren kalt, der Rest im Neoprenanzug ertr├Ąglich. Es vergingen etliche Minuten bis zum Startschu├č, irgendein dusseliger Athlet hatte seinen Transponder vergessen, deshalb musste die ganze Meute warten und der Start verz├Âgerte sich.

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Mit dem Startschuss kam f├╝r mich die Erl├Âsung! Ich passierte die Startleine und los gings. Relativ schnell fand ich meinen Rhythmus, hatte weder Probleme mit der Atmung, noch mit Armen und Schultern, alles bestens. Es war gen├╝gend Platz im Wasser, so dass es relativ selten zu K├Ârperkontakt kam. Jedes Mal wenn ich den Kopf hob, um mich zu orientieren, vernahm ich mit Schrecken, wie weit ich noch zu schwimmen hatte und ich bekam Zweifel, ob ich die volle Distanz kraulend durchstehe. Doch meine Kraft lie├č mich nicht im Stich und erleichtert erreichte ich nach 17 Minuten die Wendeboje, die H├Ąlfte war geschafft. Auf dem R├╝ckweg driftete ich ein paar Mal etwas ab, verlor aber dadurch kaum Zeit. Zunehmend sp├╝rte ich die K├Ąlte und Taubheit in den Fingern, doch es konnte nicht mehr weit sein und als ich bereits von weitem die Zuschauer im Zielbereich sah, gab mir das nochmal einen Motivationsschub. Ich setzte zum Endspurt an und lie├č nach 36:41 Min ┬á1,9 km hinter mir.

Auf den ersten Meter zur sehr weit entfernten Wechselzone f├╝hlten sich die Beine kraft- und saftlos an, zudem hatte ich Probleme, den Rei├čverschluss meines Neos zu ├Âffnen. Das Forumsteam und meine Familie feuerten mich an und zauberten mir ein L├Ącheln ins Gesicht.

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In der Wechselzone dauerte es dank tauber Finger eine Ewigkeit bis ich startklar zum Radeln war. Nur mit M├╝he gelang es mir, die Armb├Ąnder beider Uhren zu schlie├čen und die Handschuhe anzuziehen.

Mein Plan, auf dem Rad nach Puls im unteren GA2 Bereich (135-140 bpm) zu fahren, ging voll in die Hose, denn durch die Vorbelastung im kalten Wasser lag mein Puls zu Beginn bereits bei 165 Schl├Ągen und normalisierte sich nur sehr langsam. Somit blieb mir nichts anderes ├╝brig, als nach Gef├╝hl zu fahren und am Ende lag ich damit goldrichtig. Wie angek├╝ndigt herrschte auf gro├čen Teilen der Strecke extremer Gegen- oder Seitenwind, in den Genuss von R├╝ckenwind kam ich gesch├Ątzt nur auf 30% des Rundkurses. Die schnellen Abschnitte nutzte ich zum Ausruhen der Beine, Gegenwind und Anstiege hingegen, um Mitstreiter hinter mir zu lassen. Mein Schnitt lag am Ende der ersten Runde bei knapp 31 km/h, eine Punktlandung, so war mein Plan. Ich konnte das Tempo ├╝ber alle 3 Runden konstant halten und damit die 90 km in 2:55 Std hinter mich bringen.

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Ich verpflegte mich auf dem Rad komplett fl├╝ssig, hatte 3 Liter Wasser/Maltodextrin Gemisch an Bord, wovon ich nur 2 Lier trank und damit gut versorgt war.

Der zweite Wechsel funktionierte deutlich besser und schneller, aber auch hier lief im Eifer des Gefechtes nicht alles optimal. Erst unterwegs, als mir langsam warm wurde, bemerkte ich, dass ich die Armlinge und mein Halstuch nicht ausgezogen hatte. Am Ende der ersten von zwei Runden schmiss ich meiner Frau die ├╝berfl├╝ssigen Kleidungsst├╝cke zu, die ich bis dahin in der Hand hielt, was mich beim Laufen st├Ârte.

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Auf den ersten 10 Kilometern hatte ich von Anfang an erstaunlich gute Beine. Dies stimmte mich zun├Ąchst optimistisch, in Runde zwei noch eine Schippe drauf legen zu k├Ânnen. Ein Irrtum, wie sich sp├Ąter rausstellte. Die erste Runde lief ich mit einer ├ŞPace von 4:50, doch bereits kurz danach wurde mir klar, dass eine Tempoversch├Ąrfung nicht drin war, bzw. das Risiko in sich barg, wie einige Mitstreiter einzubrechen und gehen zu m├╝ssen. Zun├Ąchst versuchte ich noch das Tempo zu halten, doch ab Kilometer 12 wurde ich automatisch langsamer, mit Blick auf die Uhr war dies kein Beinbruch, denn ich lag noch sehr gut im Rennen.

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Zunehmend machten sich die Beine bemerkbar und auch die Psyche wurde ganz sch├Ân strapaziert, insbesondere weil ich genau in diesem Moment dran dachte, dass ich in dieser Verfassung niemals die Marathondistanz im Ironman ├╝berstehen w├╝rde. Aber ich trat diese Gedanken ganz schnell in den Hintern, denn ich war auf der Mitteldistanz und wollte hier und heute alles geben, ohne mich abzuschie├čen.

Und so biss ich w├Ąhrend der letzten Kilometer nochmal die Z├Ąhne zusammen, f├╝r mich und f├╝r meinen Fanclub an der Ziellinie. Stolz und gl├╝cklich brachte ich auch die dritte Disziplin in 1:50 Std. ins Ziel, wo ich jubelnd empfangen wurde!

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Danke!!!!

0 Kommentare bei ÔÇ×Mitteldistanz – Wasserstadt Triathlon Hannover 2013ÔÇť

  1. Ganz gro├če Klasse! Tolle Leistung, herzlichen Gl├╝ckwunsch!!
    Insbesondere die Leistung beim abschlie├čenden Laufen nach der Vorleistung ist beeindruckend… aber wozu brauchst Du gleich zwei Uhren? ­čÖé

    1. Vielen Dank! Ich bin ein Sicherheitsfreak, die zweite Uhr war nur f├╝r die Gesamtzeit, f├╝r den Fall, dass ich am Garmin versehentlich die falsche Taste dr├╝cke! ­čÖé

  2. Frank Dr├Âssler sagt: Antworten

    Super! Bleib dran, ich dr├╝cke dir die Daumen f├╝r den 01.09. in K├Âln.

    ( In das kalte Wasser wollte ich nicht einmal mit Neoprenanzug.)

    1. Danke, mache ich Fr├Ąnkie! ­čÖé

  3. Herzlichen Gl├╝ckwunsch zum Finish! Das klingt nach einem tollen Deb├╝t. Respekt.
    Ich habe mich das mit den zwei Uhren auch gefragt… aber das hast Du ja oben schon beantwortet. Ich bin ja immer froh, wenn ich keine Uhr habe, die machen mich nur nerv├Âs. ­čśë
    Erhol Dich gut.
    Liebe Gr├╝├če!

    1. Danke! Habe mich gut erholt und nun geht’s weiter mit den letzten 12 Wochen! ­čÖé

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