Nach langem hin und her entschied ich mich, den heutigen Halbmarathon nicht als langen Trainingslauf, sondern als Formtest zu nuzten und als Abschluß der Regenerationswoche war dieser perfekt platziert.  Meine bisherige Bestzeit lag bis heute Morgen bei 1:42:01 h, diese musste natürliche fallen, alles andere wäre eine Enttäuschung gewesen. Das Wetter war genial, sonnig, trocken, nicht zu warm und meine Beine war frisch und wirklich gut drauf. Welche Pace sollte ich anschlagen? Ich bemühte einen Zeitenumrechner im Web und auf Basis meines letzten 10er WK im März (43:27) spuckte dieser eine 1:36:35 aus (Pace 4:35). Damit war die Strategie klar. Wir starteten um 9 Uhr in einem überschaubaren Teilnehmerfeld von ca. 30-40 Läuferinnen und Läufern. Ich lief erstmal locker los, ließ mich nicht mitreißen und wartete bis sich das Feld etwas auseinander zog und ich im Rhythmus war. Ab ca km 3 forcierte ich langsam das Tempo in Richtung Ziel Pace. Ich schloss zu einem Läufer auf, mit dem ich ab diesem Zeitpunkt fast 2,5 der 3 Runden im Gleichschritt nebeneinander her lief, ein netter Typ, der mir sofort sympatisch war und der ebenfalls sub 1:40 laufen wollte. Es gesellte sich ein dritter Läufer dazu, der hinter uns lief. Die erste Runde war schnell zu Ende, meine ø Pace lag exakt bei 4:35 und ich fühlte mich super, wollte aber den Tag noch nicht vor dem Abend loben. Mittlerweile waren auch die 10er Läufer auf der Strecke und die schnellsten, darunter ein Arbeitskollege, überholten uns. Auch die zweite Runde liefen wir wie zwei Diesel mit gleicher Schrittlänge und Schrittfrequenz nebeneinander in fast exakt derselben Rundenzeit. An der ersten Verpflegungstelle der letzten Runde ließen die beiden Mitläufer abreißen und ich lief allein im selben Tempo weiter. Bis auf einen kleinen Schluck Wasser verzichtete ich kpl. auf Verpflegung unterwegs. Am Wendepunkt der letzten Runde lief ich auf einen weiteren HM Läufer auf, den ich kurze Zeit später überholte und ab da war ich eine Zeit lang allein unterwegs, bis ich auf einige Nordic Walker und die letzten 10 km Läufer aufschloss und diese überholte. Meine Pace pendelte konstant zwischen 4:34 und 4:35 und ich überlegte einen Moment, ob ich nochmal anziehen soll, um die 1:35:xx zu schaffen, aber ich wollte es nicht übertreiben, da ich dicht an meiner Grenze lief. Kein einziges Mal schaute ich auf den Puls und lief stur mein Tempo. Das Ziel rückte jetzt in greifbare Nähe, das jubelnde Publikum war bereits zu hören und nach exakt 1:36:25 überquerte ich in neuer persönlicher Bestzeit die Ziellinie.

Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn man seine persönliche Leistungsfähigkeit so gut einschätzen und im Wettkampf fast punktgenau abrufen kann. Danke an das Wetter und meine Beine, die geniale Arbeit verrichtet haben!

Run : 21,1 km | 1:36:25 | 4:35 Min/km | 173 (91%) | 182(95%)

Charisma Fitnesslauf Halbmarathon 30.06.2013, Herzfrequenz