200 km Brevet ARA Mittelhessen 2018

52 Randonneure trafen sich am neuen Startort im BĂŒrgerhaus Lollar, wo wir von Christian und seinem Orga-Team mit Kaffee und Kuchen herzlich empfangen wurden.

Bei gutem Radwetter gings pĂŒnktlich um 8 Uhr auf die 200 km Runde. Vormittags etwas neblig, ab mittags sonnig. Die Gießener Strecken sind alle recht hĂŒglig, so auch der 200er, der mit seinen etwa 2500 Höhenmeter ziemlich anspruchsvoll ist. Kaum hat man sich von einem Anstieg erholt, folgt der nĂ€chste. Erst kurz vorm Ziel, wenn man durchs Lumbdatal pedaliert, kann man aufatmen, weil alle Höhenmeter im Sack sind.

Kontrollzange nach 15 km

Ich kam die ersten 75 km bis zur Kontrolle in Hatzfeld gut voran, und meist war ich allein unterwegs.

Die fehlende Vorbereitung wĂ€hrend der letzten 4 Wochen machte sich noch nicht bemerkbar. „Noch“ nicht! Denn nun wurden meine Beine mit jedem Kilometer schwerer. Nach 95 km hatte ich zudem ordentlich Kohldampf und legte in Ernsthausen ein kurzes PĂ€uschen ein.

HÀtte ich mir mal nur das Frikadellenbrötchen aus dem Leib gelassen. Fast zwei Stunden lag es mir schwer wie ein Stein im Magen.

Timo kurz hinter Rosenthal beim MittagspÀuschen

Kurz vor GemĂŒnden nach ca. 110 km sammelten mich Timo, Danuta, Michaela und JĂŒrgen ein und spendeten mir Windschatten. Sehr angenehm! Doch hinter GemĂŒnden musste ich abreißen lassen. Meine Beine meldeten sich zu Wort und mahnten mich zur ZurĂŒckhaltung.

Obwohl ich am liebsten allein fahre, ging meine Stimmung etwas in den Keller, als ich die vier entschwinden sah. Ich fing – wie schon so oft – an zu grĂŒbeln, warum ich mir sowas ĂŒberhaupt antue und ob ich meine Paris-Brest-Paris TrĂ€ume nicht doch vorzeitig begraben soll. Mental fehlt es mir manchmal an StĂ€rke, sollte ich vielleicht mal dran arbeiten.

Bis zur zweiten Kontrolle in Treysa bei Kilometer 138 warÂŽs fĂŒr mich eine zĂ€he und spaßfreie Angelegenheit. Doch die kurze Pause an der Oil Tankstelle bewirkte Wunder.

Ab hier radelte ich gemeinsam mit Timo, Danuta, Michaela und JĂŒrgen Richtung Lollar, nur noch 65 km. Mal fuhren wir dicht hintereinander und manchmal verloren wir uns fĂŒr kurze Zeit aus den Augen. Wenn die AbstĂ€nde zu groß wurden, warteten die FĂŒhrenden, bis alle wieder aufgeschlossen hatten, sehr nett!

Meiner Moral tat das sehr gut und auch meine Beine verrichteten wieder klaglos ihren Dienst, obwohl die ErmĂŒdung deutlich spĂŒrbar war. Einzig die steile Rampe hoch nach Arnsheim war nochmal eine Herausforderung, die mich in den Wiegetritt zwang, weil mein unterer RĂŒcken im Sitzen bei dieser Anstrengung maulte. Auch den sollte ich mal wieder trainieren.

Verschnaufpause in Arnsheim nach der krÀftezehrenden Rampe

Die letzten 25 Kilometer radelten wir der untergehenden Sonne entgegen, ein herrlicher Anblick. Das optische SahnehĂ€ubchen fĂŒr 200 anstrengende Kilometer.

Lagesprechung an der letzten Kontrolle in GemĂŒnden (Felda)

On the road, Michaela, Danuta und JĂŒrgen

Gegen 19:15 Uhr kam ich gemeinsam mit Danuta in Lollar an. Michaela und Timo hatten es sich am gedeckten Tisch im BĂŒrgerhaus bereits gemĂŒtlich gemacht. JĂŒrgen traf wenige spĂ€ter ein. Danke an Euch vier fĂŒr die nette Begleitung und ein herzliches Dankeschön an Christian und die beiden Damen, fĂŒr die tolle Organisation!

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