Reifentest: Compass Snoqualmie Pass am specialized Sequoia

Schon unzählige Male lag der Compass Reifen „Snoqualmie Pass“ im Warenkorb beim Online-Händler, und jedesmal habe ich den Einkauf wieder gecancelt!
„Will ich oder brauche ich diesen Reifen“ war die entscheidende Frage! Für „will ich“ waren mir 128€ für einen Satz dann doch zu viel, zumal ich für das Sequoia 3 unterschiedliche Reifen in vergleichbarer Breite besitze, die zwar ganz gut sind aber eben doch gewisse Schwächen haben, die da wären :

Der Specialized Sawtooth (592 g) rollt gut auf der Straße, hat aber schlechten Grip auf nassem Untergund, insbesondere auf glitschigen Wiesenwegen schmiert er sofort weg. Ansonsten hat er mir über mehrere tausend Kilometer gute Dienste – ohne einen einzigen Platten – erwiesen.

Specialized Sawtooth 700x42C

Der Panaracer Gravelking Slick (335 g) rollt noch besser (schneller) auf der Straße als der Sawtooth, hat guten Grip auf feuchten Untergründen, auch auf Schnee, muss aber mit mindestens 3,5 bar Luftdruck gefahren werden, weil ansonsten das Kurvenverhalten „teigig“ ist. Mit 3,5 ist der Gravelking nicht mehr komfortabel, zu hart und deshalb auf Buckelpisten unangenehm.

Panaracer Gravelking Slick 700x38C

Außerdem besitze ich noch den Conti Top Contact Winter II (700 g). Ein geiler, aber sackschwerer Winterreifen, der förmlich auf der Straße klebt. Fazit: super Grip und „langsames Vorankommen“. (Bisher nur auf Asphalt, nass,trocken, Schnee getestet)

Conti Winter Top Contact II 700x42C

Die Transcimbrica am 9.März möchte ich mit den bestmöglichen Reifen fahren : schnell, Grip auf allen Untergründen und komfortabel auf Buckelpisten, ohne schwammiges Fahrgefühl.

Besitzt der Compass Snoqualmie Pass all diese Eigenschaften? Wenn man den Empfehlungen im Netz Glauben schenkt : ja! Und deshalb „brauche“ ich ihn!

Heute hat der Postbote ihn gebracht, freu!

Compass Snoqualmie Pass 700x44C

Mit 354 g ist der Compass halb so schwer wie der Conti und vergleichbar mit dem Gravelking. Bei der Montage dann eine Überraschung bei der Nachmessung der Reifenbreite, statt der 44 mm nominal nur 38 mm und 39.5 mm:

Ich bin mit dem Sequoia gleich mal eine Runde auf verschiedenen Untergründen zum Testen gefahren :
Asphalt glatt und holprig, Feldweg nass und trocken, Wiesenweg nass, Schotter, Kies, Matsch.

 

Fazit :
Mein erster subjektiver Eindruck nach 22 Kilometern ist eindeutig : sehr geiler Reifen!

Auf Asphalt ist er vergleichbar mit dem Gravelking und rollt richtig schnell. Mit 3 bar Lufdruck ist er sehr komfortabel, der beste von allen, er dämpft sehr gut auf holprigen Untergründen ohne dabei schwammig zu sein, auch nicht in Kurven. Erstaunlich gut ist der Grip auf allen trockenen und nassen Untergründen, und das mit minimalistischen Fischgrätenprofil. Der Specialized mit seinem deutlich gröberen Sawtoothprofil kann da nicht mithalten. Insgesamt bisher der beste Reifen im Testfeld! Bezgl. Pannenanfälligkeit kann ich hoffentlich nach der Transcimbrica ein positives Feedback geben.

Update 09.01.2019
Knarzende Fahrt zur Arbeit auf hauchdünner Schneedecke, die teilweise angefroren oder matschig war. Kein Problem für die Compass Reifen.👍 Selbstverständlich bin ich vorsichtig gefahren und habe nicht die Grenzen ausgetestet.

Update 16.01.2019
Erster Plattfuß mit dem Compass : ein Dorn aus Holz durchbohrte Mantel und Schlauch wie Butter.

Update 24.02.2019
Plattfuß Nummer 2, diesmal vorn und nur ein klitzekleines Loch im Schlauch, wie von einer Nähnadel gestochen. Am Mantel habe ich keine Einstichstelle entdeckt. Die Begeisterung lässt nun doch etwas nach!

Anmerkung : bin alle 4 Reifen mit Schlauch gefahren

8 Kommentare

  1. Mir ist ja rätselhaft, wie man mit so wenig Profil offensichtlich doch einen ganz guten Grip auf nasser Wiese und Matsch hinbekommt. Aber das scheint ja zu funktionieren.
    Ich bin noch auf der Suche nach einem zuverlässigen Ersatz für meinen aktuellen Schwalbe G-One 35, wobei mehr als 40mm bei meinem Votec VRX nicht passen sollen. Ich denke allerdings, dass da ein bisschen mehr noch durch Gabel und Hinterbau passt.
    Der G-One wird ebenfalls schnell rutschig auf matschigen Böden und mehr Breite soll mir mehr Komfort bringen beim Hanse-Gravel Ende April. Die Strecke ist allerdings nicht nur etwa halb so lang wie die Transcimbrica, sondern vermutlich auch etwas zahmer. Aber ich wäre gerne gerüstet für den Fall der Fälle. Und Tubeless möchte ich auch unterwegs sein.
    Panaracer (und irgendwie ist Compass ja mit denen verwandt) soll ja nicht so maßhaltig sein, was die Montage manchmal erschwert, besonders auf tubeless-Felgen. Deine Breitenmessung scheint das Problem mit der Maßhaltigkeit ja zu bestätigen.
    Mal sehen, wozu ich mich schließlich entscheide. Der Compass hört sich tatsächlich nach einer Option an.
    Viele Grüße aus Duisburg

    1. Heute konnte ich die Reifen auf einer hauchdünnen, teilweise angefrorenen Schneedecke testen.Auch auf solchem Belag sind die Compass recht griffig. Schon erstaunlich wie effektiv dieses minimale Fischgrätenprofil ist!

  2. So, ich habe mir heute auch Compass-Reifen fürs AWOL und die Transcimbrica bestellt. Nachdem mir bei der gestrigen Tour auf einer Gravelstrecke einiges an Dreck zwischen Reifen und Schutzblech hängenblieb, habe ich mich jetzt für den schmaleren »Barlow Pass« mit 38mm Breite entschieden. Auf dass mehr Drecken unter den Schutzblechen hängenbleiben kann! 😉
    Ansonsten werde ich mal noch schauen, ob ich mal ein tubeless-Setup hinbekomme. Es wird spannend.

  3. Toller Bericht!
    Bin mir auch am überlegen, den COMPASS SNOQUALMIE PASS für’s AWOL zu bestellen.
    Aktuell fahre ich die Gravelking Slick in 38mm, ein sehr guter Reifen, schon 2’600Km ohne Platten.
    Mich interessiert der Vergleich des Rollwiderstandes vom Gravelking Slick 38 zum Snoqualmie Pass: spürst du hier einen wirklichen Unterschied? Lohnt sich der Kauf zu dem hohen Preis?
    Meines Erachtens hat der Gravelking doch eine relativ feste Seitenwand, ist das der Compass flexibler?
    ps. im Winter fahre ich auch den 700g Conti, super Reifen für üble Verhältnisse, aber brutaler Rollwiderstand, manch700g mal ertappe ich mich beim fluchen 😜

    1. Bezgl. Rollwiderstand stellte ich ehrlich gesagt keinen signifikanten Unterschied zwischen Compass und Gravelking fest, aber der Compass ist bei unter 3 bar nicht so schwammig in Kurven wie der Gravelking, so dass ich ihn mit niedrigerem Druck fahren kann und mehr Comfort habe. Ob die Seitenwand des Compass flexibler ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, müsste ich testen, aber ich glaube schon. Insgesamt finde ich den Compass definitiv besser!

      Edit: die Seitenwand des Compass ist definitiv flexibler, sieht man schon auf den Fotos!

      1. Danke für die schnelle Antwort 😊
        Wir viele Kilometer bist du mit den Compass-Reifen schon gefahren? Bin mir da nicht mehr so sicher ob ich ihn bestellen soll. Aber das mit der Pannenanfälligkeit ist natürlich immer relativ und schwierig zu verallgemeinern.
        Hoffentlich wird es doch noch ein guter Reifen für deine grosse Tour.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.