Nach dem 400 km Brevet vor 2 Wochen bin ich in ein Motivationsloch gerutscht. 9 Tage lang konnte ich mich nicht aufraffen, wieder zu radeln. Ich war kurz davor die Brevet-Serie 2018 zu beenden und mit dem Radfahren etwas kürzer zu treten. Noch weniger Lust hatte ich zu laufen oder zu wandern!

Der Faulenzerei überdrüssig bin ich am 10.Tag dann doch wieder aufs Rad gestiegen und war beim zügigen Pedalieren durch den kühlen Wind sofort wieder motiviert! Manchmal bewirken ein paar Tage Pause Wunder.

Im Focus steht nun die Vorbereitung auf das 600 km Brevet in 2 Wochen ab Gießen-Lützellinden. Auch mit diesem Brevet – dem „Großenwiedener Antizykel“ – habe ich noch eine Rechnung offen. Im letzten Jahr bin ich wegen Übermüdung und mentaler Defizite nach 500 km ausgestiegen, obwohl ich für die restlichen 100 km noch fast 10 Stunden Zeit hatte. Diesmal will ich zum ersten Mal in meiner noch jungen Brevet-Laufbahn die 600 km Marke knacken!

Welches Rad soll ich in 2 Wochen nehmen? Wieder das Cannondale Synapse, auf dem ich beim 300er und 400er gut gesessen habe? Oder das 5 kg schwerere Specialized Sequoia, dass mich im letzten Jahr ohne nennenswerte Sitzprobleme über die 500 km getragen hat?

Für das Sequoia spricht, dass ich Schutzbleche montieren kann. Wohler fühle ich mich aktuell jedoch auf dem Cannondale. Auf beiden Rädern hatte ich bei langen Strecken Schmerzen in den Händen. Mit gut gepolsterten Handschuhen ist es zwar erträglicher geworden, aber nicht komfortabel. Deshalb werde ich beim 600er mit einem Triathlon-Auflieger fahren, um die Hände zu entlasten.

Zwei 100 km Testfahrten am Samstag und heute mit einem „Profile Design T3“ bestätigten, dass der Comfort auf dem Cannondale besser ist. Mit dem Sequoia fühlte sich die Aero-Position anfangs gut an, doch gegen Ende der 100 km verspannte der obere Rücken etwas.

Im Vergleich dazu waren die 100 km heute mit dem Cannondale auf dem Auflieger eine Erholung. Und es hat Spaß gemacht, in der Aero-Position Druck auf die Pedalen zu geben. Weil der Auflieger deutlich höher montiert ist als damals auf meinem Triathlon-Rad, wars für den Nacken kein Problem und ich musste nicht ständig den Kopf anheben, um etwas von der Landschaft mitzukriegen.

Fazit :
sehr wahrscheinlich starte ich in 2 Wochen mit dem Cannondale.