Mit Maria Callas zurück auf den Jakobsweg

Schwimmen fiel heute buchstäblich ins Wasser, um meinen Oberkörper zu schonen.

Somit gings in den Keller auf die Rolle. Das geniale am Rollenradeln ist, daß mich die Musik bei geschlossenen Augen inspiriert und zurück in die Vergangenheit trägt.

Diesmal führte mich Maria Callas mit ihren Opernarien zurück auf den Jakobsweg, auf dem ich vor 5 Jahren pilgerte. Sie begleitete mich neben meinem Bruder mit ihrer Musik von Burgos bis nach Santiago de Compostela. Insbesondere dann, wenn meine Schmerzen in den Füßen fast unerträglich wurden, halfen mir ihre schwere Musik darüber hin weg, an erster Stelle das Lied O Mio Babbino Caro.

An jedem der 15 Tage setzten pünktlich nach ca. 20 km die Schmerzen in beiden Füßen ein. Ich hatte zwar Ibuprofen an Bord, doch die kamen nie zum Einsatz, ich biss auf die Zähne, ließ mich von meinem Bruder trösten, lüftete und schmierte ab km 20 mindestens 1 x pro Stunde die Füße ein, es half kaum.

An die mit Abstand schlimmste Tour erinnere ich mich noch sehr gut!
Bei sengender Hitze um die 40°C liefen wir ca. 43 km nach calzadilla de la cueza. Allein mit dieser Tour könnte ich Seiten füllen. Das Ziel kam an diesem Tag einfach nicht näher und jede Kilometerauskunft von Passanten erwies sich als falsch, mein Bruder musste mich mehrfach ermutigen, weiterzugehen. Als ich am Abend überglücklich in unserer Unterkunft unter der Dusche stand, konnte ich selbst diesen Moment nicht genießen. Das Stehen auf beiden Füßen war unerträglich, so dass ich gezwungen war, abwechselnd einbeinig zu duschen.

Als wir zum Heimflug am Flughafen eincheckten und in der Schlange standen, schmerzten die Füße immer noch und ich schwor mir, diesen Weg nie wieder zu gehen. Heute sehe ich das ganz anders, denn mittlerweile trage ich Einlagen, die ich mir besser vorher hätte besorgen sollen.

Beim Kurbeln schmerzte heute nur der Po gegen Ende etwas, ist aber kaum der Rede wert!

Bike : 56 km in 2 h – 28 km/h | 106 (63%) | ø 105 W

 

 

 

 

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