Motivation sieht anders aus! Bereits beim Aufräumen meines Schreibtisches nach Feierabend fehlte mir die Lust zum Schwimmen. Viel lieber wäre ich auf direktem Wege nach Hause gefahren, um mit Cosmo an die frische Luft zu gehen. Aber Kneifen  war nicht drin, Cosmo musste warten, der Trainingsplan will abgearbeitet werden, Woche um Woche. Heute war offizielles Training meines Schwimmvereines, somit waren keine 3,80 € Eintritt fällig, das einzig positive am heutigen Training. In der Umkleide musste ich x-mal meinen Rucksack durchwühlen, mein kleiner Helfer – der Bahnenzähler – war in dem Durcheinander nicht aufzufinden, für mich, der Zeit und Distanz  jeder Trainingseinheit penibel dokumentiert, schon eine kleine Katastrophe, keine gute Vorraussetzung für ein vernünftiges Training.
Letzten Sonntag war es übrigens die Pulsuhr, die ich zu Hause vergessen hatte. Dank bekannter Streckenlänge und Stoppuhr  konnte ich dennoch die wichtigsten Daten erfassen. Heute hatte ich keine Lust selbst zu zählen, obwohl das den grauen Zellen sicher gut getan hätte.
Als ich nach dem Duschen die Schwimmhalle betrat, stach mir das nächste Ärgernis sofort ins Auge, voll belegte Schwimmbahnen. Ich unternahm noch einen Versuch beim Bademeister bezüglich meines Strickzählers, evtl hatte ich ihn letzte Woche am Beckenrand liegen gelassen und jemand hatte ihn abgegeben, ohne Erfolg!
Ich stürzte mich ins angenehm temperierte Wasser, arrangierte mich mit den anderen Schwimmern und zog meine ersten Bahnen. Sie fielen mir schwer, keine Spur von Leichtigkeit und entspanntem Freistil Schwimmen. Mit jedem Armzug gingen mir Ninales Worte durch den Kopf, die da lauteten: „Die langen Distanzen kann ich immer schwimmen, beherrscht man einmal die Technik, ist der Kraftaufwand eher gering“. Wenn sie Recht hat, und davon gehe ich aus, muss meine Technik miserabel sein, das Kraulen strengte mich an, die Schultern lahmten, nach einigen Hundert Metern musste ich zur Erholung ins Brustschwimmen wechseln. Nebenan zog ein Vereinskollege elegant und mit einer unglaublichen Leichtigkeit seine Bahnen, so dass ich vor Neid erblasste. Als Kontrast dazu und zu meiner Erleichterung schwamm auf der anderen Seite ein Mann, dessen Kraulstil – mit seitlich weit abgespreizten und neben dem Körper eintauchenden Armen – eher Flugübungen gleichte. Dazu bewegte er sich noch deutlich langsamer vorwärts als ich, damit war mein Ego wieder ein wenig aufpoliert. Alles ist relativ! Ich baute ein paar Technikübungen ein, um dem Ganzen doch noch einen Sinn zu geben und nicht vollends frustriert das Becken verlassen zu müssen.
Nach 45 Minuten und geschätzten 1.7 km machte ich dem Frustschwimmen ein Ende, in freudiger Erwartung auf das nächste Training am kommenden Donnerstag mit Personaltrainer, der mich über und unter Wasser filmen wird und hoffentlich einige Tips zur Verbesserung meiner Technik parat hat.

Swim : 1,7 km in 45 Min.