Orbea Terra M20i Team – Jungfernfahrt

Eigentlich sollte die Jungfernfahrt mit meinem neuen „Orbea Terra“ gestern stattfinden, doch gleich bei der ersten Ausfahrt passierte genau das, was mich bisher davon abgehalten hat, von einer mechanischen Schaltung auf eine elektronische umzusteigen. Der Akku war nach 5 Minuten leer – Schalten nicht mehr möglich. Ich bin davon ausgegangen, dass mein Radhändler den Akku aufgeladen hat, denn bei der Übergabe am Dienstag und gestern beim Losfahren funktionierte die DI2 (so heißt die elektronische Schaltung von Shimano) noch einwandfrei. Hoch- und Runterschalten per Knopfdruck – ein Traum!

Nur wenige hundert Meter später machte die Schaltung keinen Mucks mehr. Gut, dass ich noch nicht weit von zu Hause entfernt war. Also bin ich wieder zurück, habe das Bike erstmal an die Steckdose gehängt und die Fahrt auf heute Morgen verschoben. Und falls du dich mit Fahrrädern nicht so gut auskennst, mein Terra ist kein E-Bike, aufgeladen werden muss nur der Akku der elektronischen Schaltung. Angeblich soll man mit einer Ladung ca. 1000 Kilometer fahren können. Ob das stimmt, wird sich zeigen. Hängt natürlich davon ab, wie oft man schaltet.

Mit einem neuen Fahrrad ist es ein bisschen so, als wäre man frisch verliebt. Ich war „schockverliebt“, als ich es am Dienstag in Gießen bei DeltaBike abgeholt habe. Orbea bietet als Service bei der Bestellung einen Konfigurator an, mit dem man u.a. die Farbe von Rahmen, Gabel und Schriftzügen selbst gestalten kann und zwar ohne Aufpreis. Wer die Wahl hat, hat die Qual! Es dauerte ewig, bis ich mir aus der umfangreichen Farbpalette meine Wunschfarben ausgesucht hatte. Und ich war natürlich sehr gespannt, ob mein Terra in Realität genauso gut aussehen würde wie im Konfigurator am Bildschirm. Nun, es sieht noch besser aus!

Die Farbwahl ist natürlich Geschmacksache. Ich weiß nicht, ob es an meinem fortgeschritten Alter liegt, jedenfalls stehe ich mittlerweile eher auf gediegene, unauffällige Farben und das nicht nur bei Fahrrädern.
Auf Instagram habe ich Farbkombinationen von Rahmen und Gabel gesehen, wo ich mich gefragt habe, ob der Besitzer unter Geschmacksverirrung leidet. Aber die Geschmäcker sind nun mal verschieden und das ist gut so. Rahmen und Gabel sind bei meinem Terra in „Metallic Speed silver – glänzend “ lackiert, das Orbea Logo in „Titanium“ und die kleinen Schriftzüge in „Schwarz“.

Ob aus „verliebt“ eine anhaltende „Liebe“ wird, hängt natürlich von mehreren Faktoren ab, u.a. vom Fahrverhalten und davon, ob die verbaute Technik zuverlässig funktioniert. Scheibenbremsen und elektronische Schaltungen sind mittlerweile bei den meisten Fahrrädern Standard. Insofern habe ich diesbezüglich keinerlei Bedenken.

So, nun aber genug blabla… Wie fährt sich das neue Schmuckstück?
Der erste Eindruck ist super! Ich fühle mich sauwohl auf dem Bike, die Größe M passt perfekt. Das Terra ist leicht, wendig und schnell. Leergewicht 8,9 kg. Insbesondere bergauf macht sich das bemerkbar. Es klettert sich bei gleicher Übersetzung müheloser als mit meinen deutlich schwereren Stahlrössern. Kurzum, es macht richtig Spaß damit zu fahren!

Mit der elektronischen Schaltung muss ich noch warm werden. Die Bedienung ist zwar einfach, jedoch sehr filigran. Ob das Schalten auch mit dicken Winterhandschuhen klappt, muss sich zeigen. Die Konfiguration der DI2 ist für mich noch ein Buch mit sieben Siegeln, zumal kein vernünftiges Handbuch mitgeliefert wurde. Offensichtlich habe ich mir gestern Abend beim „Rumprobieren“ an den diversen Knöpfen schon den Modus verstellt, so dass beim Wechsel vom großen aufs kleine Kettenblatt automatisch das Ritzel mit verstellt wird, um den Gangsprung zu minimieren. Dieser Modus ist zwar grundsätzlich gar nicht schlecht, allerdings will ich selbst entscheiden, wann ich auf welches Kettenblatt und Ritzel schalte. Muss ich im Internet recherchieren, wie sich das zurücksetzen lässt oder meinen Freund Timo fragen, der weiß das bestimmt.

Das Terra ist als Gravelbike spezifiziert, ich werde es jedoch hauptsächlich als Rennrad fahren. Fürs grobe Graveln ist es mir zu schade. Da nehme ich lieber mein robustes Sequoia. Aber ich könnte, wenn ich wollte. Der Laufradsatz mit breiten Reifen steht einsatzbereit im Keller. Für die Straße habe ich mir einen leichten Carbon Laufradsatz gegönnt, einen Zipp 303 Firecrest, mit schnellen Conti 5000 S Reifen in 30 mm Breite, „tubeless“ versteht sich.

Einen Spiegel und eine Klingel werde ich noch montieren, auch wenn das für die meisten Rennradfahrer ein Stilbruch ist. Ist mir egal, fahre ich aus Sicherheitsgründen an allen meinen Bikes. Ansonsten bleibt das Terra so „clean“ wie es ist, höchstens noch mobile Beleuchtung und leichte Bikepacking-Taschen für längere Touren.

Übrigens, das ist mein Bike für den Ötztaler. Also bitte Daumen drücken, dass ich einen Startplatz erhalte.

Und hier noch ein sehenswertes Video zum Orbea Terra von Dan. Bei ihm habe ich für nächsten Samstag einen „Bikefitting“ Termin gebucht, damit ich noch besser auf dem Orbea sitze.

 

6 Kommentare

  1. Moin Imi,

    Viel Spaß mit dem neuen Rad, die Daumen sind gedrückt für den Ötztaler! Mein neues Gravel bekomme ich nächste Woche und freue mich auch schon wie bolle drauf, gibt nicht viel besseres als ein neues Rad und die frische Liebe 🙂

    Liebe Grüße,
    Ole

  2. Schönes Rad,
    und mit der Schaltung muss Mann sich natürlich erst einarbeiten, aber dann funktioniert das alles einwandfrei. Ich habe übrigens diesen Schalt-Modus (SYNCHRONIZED SHIFT), auch deaktiviert, ist halt blöd wenn die Schaltung kurz vor dem Anhalten auf´s kleinere Ritzel wechselt.
    Aber auf den Modus das das Schaltwerk selber kontert (SEMI SYNCHRONIZED SHIFT), wenn ich die Ritzel wechsele möchte ich nicht mehr verzichten.
    Du wirst sehen, es ist eine „geile“ Sache so ein Schaltwerk. Übrigens komme ich auf der Straße ~ 1500 km mit einer Akkuladung.

    1. Hallo Michael, ich bin ja absoluter Fan von Shimano, aber die elektronische Einfach-Schaltung von SRAM (XPLR AXS) ist ein Traum. Zweifach wiederum soll nicht so gut sein. Eine Ersatzbatterie für die Griffe (CR2032) und das Schaltwerk habe ich aber immer dabei. Für mein neues Rad schwanke ich aber zwischen der xplr axs von SRAM und der Neuen GRX 12 fach mechanisch. Dir allzeit gute Fahrt und viel Spaß mit dem neuen Rad.

      1. Danke Axel für dein Feedback! Ich wollte unbedingt eine 2-fach haben, insofern war Shimano die einzige Option! Habe aber schon viel Gutes von der GRX DI2 gehört. Liebe Grüße Michael

  3. Noch ne Frage zum Di-Ladestecker, der sitzt ja nicht unbedingt an einer günstigen Position.
    Gehört da noch ein Deckel o. ä. drüber? Bei Starkregen könnte das ein Problem geben, denke ich jedenfalls. Beim RR habe ich den Stecker im Ende des Dropbar, beim TT hat der Stecker in den Vorbau gepasst.

    1. Nein, aber die Ladebuchse ist ja nicht offen und wenn man den Verschlussdeckel richtig reindrückt, scheint es dicht zu sein. Ich werde mal im Forum im Orbea Terra Thread nachfragen, ob das eine potentielle Schwachstelle ist.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.